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Erfahrungsberichte
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Abschied vom 2. Kinderwunsch
Wunderbar und wertvoll
Gefühle auf der Achterbahn
Kraft und Hoffnung
Schwanger nach Operation
Warten....
das ist doch kein leben oder?
Ich drücke allen die Daumen
Sollte ich es dabei belassen?
Fehlgeburt in der 9. Woche
Ich bin nicht die Einzige
Es hat geklappt
Vergesst nicht zu leben!
Wir hätten’s versucht
„Spermienkonkurrenz“
„Loslassen“, nicht aufgeben
Die biologische Uhr tickt…
Ungerecht
Das ist so unangenehm für ihn
Ein 2. Kind wär wunderbar


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Abschied vom 2. Kinderwunsch


Hallo alle miteinander

Zunächst möchte ich allen danken für den Mut, Eure Erfahrungen niederzuschreiben. Nur, wer solches Leid ertragen musste, kann verstehen, wie wichtig es ist zu wissen, dass man nicht alleine ist. Das tut gut.

Nun zu meinem Bericht: Im Dezember 2001 gebar ich unseren wundervollen Sohn; das Glück, das Leben, die Dreisamkeit schien perfekt. Im 2004 entschieden wir uns für ein Geschwisterchen. Nachdem ich ein Jahr lang nicht schwanger wurde, klappte es im Januar 2005. Wir waren überglücklich, das Glück schien einfach auf unserer Seite. Ende der 12. Woche musste ich unseren Engel hergeben: starke Blutungen setzten ein, Notfallarzt, sofortige Operation in der Frauenklinik. Meine Welt brach zusammen.

Doch das Leben ging weiter, jeden Morgen schien wieder diese Sonne; doch ich hatte ja unseren Sohn und mein Mann, ohne deren liebevolle Unterstützung (Raphael auf seine Art und mein Schatz auf Ehemann- u. Vaterart) nicht gewusst hätte, wie weiterleben. Im Sommer 2005 gab der Schwangerschaftstest an: ich war überglücklich! Ende der 8. Woche fühlte ich einfach nichts mehr. Die Brüste waren nicht mehr geschwollen, schwache Blutungen, mein Instinkt zeigte mir, da stimmt was nicht; ich verlor es auf dem Weg zur Toilette. Meine Welt brach zusammen. Im Dezember 2005 war ich wieder schwanger, ich verlor es Ende der 10. Woche.

Gibt es eine Gerechtigkeit? Warum nur darf ich kein 2. Babyglück haben? Ich werde so ring schwanger - warum? Um es gleich wieder herzugeben? Klar habe ich bereits einen Sohn, zum Glück. Aber alljene, die einen 2. Babywunsch hegen, verstehen bestimmt meine Gefühle. Nach der 3. Fehlgeburt empfiehl uns der Gynäkologe, eine Pause zu machen. Ich begann wieder zu arbeiten. Doch tief in meinem Herzen schlummerte der Wunsch, es doch nochmals zu versuchen. Im November 2008 setzte ich die Pille ab. Nach 8 Monaten und nach tiefgründigen Gesprächen mit meinem Mann entschieden wir uns, dass es bei Raphael bleiben soll. Es musste scheinbar einfach nicht sein. So wie wir zusammen waren (und glaubt mir, ich kenne meinen Körper) hätte es mindestens 6mal zuschlagen sollen - doch jeden Monat kam wieder dieses verhasstes Blut. Immer wieder die schwere Enttäuschung.

Der letzte unumgängliche Schritt, mich definitiv vom 2. Baby zu verabschieden wird sein, mich von all den wunderschönen Babysachen, also vom 1. Kleidli über den Wickeltisch, Bettchen, Kinderwagen etc.etc, zu trennen. Ich hatte doch alles behalten in der Annahme, dass wir ganz bestimmt einen zweiten "Boläpfünzi" kriegen werden. Es sollte einfach nicht sein.

Heute nehme ich also wieder die Pille. Ich brauche noch ein bisschen Zeit, aber ich glaube, ich kann mich doch endlich wieder auf anderes, Neues freuen, mich auf...ja! Warum eigentlich nicht? Vielleicht tun wir uns einen Hund zu? Raphael kann evt. sogar dafür mehr profitieren. Raphael braucht mich, und er hat Recht auf eine fröhliche, gesunde Mutter, die ihn vorbehaltslos liebt. Ich bin wieder ganz für ihn da. Und das ist gut so.

Danke fürs Zuhören. Ich trinke jetzt eine Tasse Kaffee, denn die Tränen machen sich bemerkbar......

....und immer wieder geht die Sonne auf.

Freundliche Grüsse

Elisabeth

Eintrag vom 28.8.2009